Teleoperierte Shuttles starten in den Praxistest

Rheinbahn, MIRA und Flughafen Düsseldorf erproben Zukunftstechnologie im öffentlichen Straßenverkehr

Nach intensiver Vorbereitung startet am kommenden Montag, 13. Juli, am Düsseldorfer Flughafen der Praxistest für teleoperierte Shuttle-Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr. Gemeinsam erproben die Rheinbahn, die MIRA GmbH und der Airport den Einsatz fernüberwachter und teleoperierter Fahrzeuge unter realen Betriebsbedingungen. Das Gelände rund um den Flughafen Düsseldorf bietet dabei mit seiner hohen Verkehrsdichte, den vielfältigen Mobilitätsanforderungen sowie der Vernetzung der unterschiedlichsten Verkehrsträger vom E-Scooter bis zum weltgrößten Passagierflugzeug A380 ideale Voraussetzungen für die Erprobung innovativer Mobilitätslösungen.

Die Shuttle-Fahrzeuge verkehren zwischen dem Flughafenbahnhof und dem Terminalbereich des Flughafens. Ziel des Testbetriebs ist es, Erfahrungen für den möglichen künftigen Einsatz teleoperierter Mobilitätsangebote zu sammeln und die Technologie unter Alltagsbedingungen zu evaluieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Praxistauglichkeit von Teleoperation im Verkehrsalltag, die Integration in bestehende Verkehrsstrukturen, die Betriebssicherheit und Systemstabilität sowie die Akzeptanz bei Nutzerinnen und Nutzern sowie beim Fahrpersonal. Denn Teleoperation kann ein wichtiger Zwischenschritt sein auf dem Weg zu künftig stärker automatisierten Mobilitätsangeboten sein.

Die Erkenntnisse aus dem Testbetrieb sollen dazu beitragen, die Potenziale teleoperierter Fahrzeuge für etwaige Anwendungen im öffentlichen Personennahverkehr oder für interne Einsätze – etwa bei Rangierfahrten auf den Betriebshöfen – besser bewerten zu können.

Starke Partnerschaften für neue Wege im ÖPNV
„Der öffentliche Nahverkehr steht vor großen Herausforderungen. Deshalb prüfen wir gezielt Technologien, die uns dabei helfen können, Mobilitätsangebote langfristig verlässlich und wirtschaftlich zu gestalten. Mit dem Testbetrieb sammeln wir wichtige Erkenntnisse darüber, welchen Beitrag teleoperierte Fahrzeuge künftig leisten können. Entscheidend ist dabei der Praxiseinsatz unter realen Bedingungen. Gleichzeitig wissen wir: Technologische Transformation gelingt nur, wenn wir die Menschen mitnehmen. Deshalb wollen wir neue Technologien gemeinsam mit unseren Fahrerinnen und Fahrern erproben, Erfahrungen sammeln und Berührungsängste durch eigenes Erleben abbauen“, sagt Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn.

„Teleoperation kann dazu beitragen, den öffentlichen Nahverkehr trotz zunehmenden Fahrpersonalmangels langfristig leistungsfähig zu halten und neue Mobilitätsangebote wirtschaftlich zu ermöglichen. Der Testbetrieb am Flughafen Düsseldorf ist ein wichtiger Schritt, um die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben und ihren konkreten Nutzen für den ÖPNV nachzuweisen“, sagt Win Neidlinger, Geschäftsführer der MIRA GmbH.

„Wir freuen uns, den Verkehr der Zukunft mitzugestalten und die Erprobung neuer Mobilitätskonzepte bei uns am Airport zu ermöglichen. Durch unseren SkyTrain verfügen wir bereits über langjährige Erfahrungen beim Einsatz von vollautomatischen Systemen im öffentlichen Nahverkehr. Jetzt gehen wir den nächsten Schritt und testen, inwieweit sich mit teleoperierten Systemen am Boden unsere Prozesse effizienter gestalten und verbessern lassen. Dabei denken wir als Flughafen nicht nur an die An- und Abreise unserer Fluggäste, Mitarbeitenden sowie Besucherinnen und Besucher, sondern perspektivisch auch an die Integration solcher Systeme in logistische und operative Abläufe auf dem Vorfeld“, sagt Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafens Düsseldorf.

Die Shuttle-Fahrzeuge werden aus einem Leitstand im EUREF-Campus ferngesteuert. Während des gesamten Testbetriebs befindet sich zusätzlich eine Begleitperson im Fahrzeug, die bei Bedarf jederzeit eingreifen kann. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden hat während des Projekts höchste Priorität.

Kostenlos mitfahren und den Testbetrieb erleben
Interessierte können während des Testbetriebs kostenlos mitfahren und die neue Technologie selbst erleben. Das teleoperierte Shuttle verkehrt zwischen dem Flughafenbahnhof und dem Terminalbereich des Flughafens Düsseldorf. Entlang der Teststrecke befinden sich gekennzeichnete Haltepunkte, an denen Interessierte ein- und aussteigen können: „Flughafen Bf. (EUREF-Campus)“, „Mündelheimer Weg“, „Lichtenbroich Quartier“, „Flughafen, Halle 7“ sowie „Flughafen Terminal B/C“.

Der Testbetrieb startet am 13. Juli 2026 und läuft bis zum 28. August 2026. Die Shuttles sind montags bis freitags in den Zeitfenstern von 10 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 15 Uhr unterwegs und verkehren etwa alle 30 bis 40 Minuten. Wer einmal den Fahrenden einen Blick über die Schulter werfen möchte, kann während der Betriebszeiten im EUREF-Campus den Leitstand und die Teleoperation live erleben.

Forschungsprojekt mit Blick auf den künftigen ÖPNV
Der Testbetrieb ist Teil des Forschungsprojekts PoQuaSIA, das im Rahmen der europäischen 8ra-Initiative durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer leistungsfähigen und sicheren digitalen Infrastruktur für sicherheitskritische Anwendungen wie die Teleoperation von Fahrzeugen.

Gemeinsam untersuchen die Partner im Rahmen des Projekts, welchen Beitrag teleoperierte Fahrzeuge künftig zur Sicherung und Weiterentwicklung öffentlicher Mobilitätsangebote leisten können.

Über die Rheinbahn
Kaum ein Düsseldorfer Unternehmen hat eine im wahrsten Sinne des Wortes so bewegte Geschichte geschrieben wie die Rheinbahn. Am 25. März 1896 unter dem Namen „Rheinische Bahngesellschaft AG“ gegründet, ist sie seitdem ein wichtiger Motor für die Stadt und die gesamte Region. Die Rheinbahn ist weit mehr als ein Verkehrsunternehmen – sie ist das verbindende Element einer ganzen Region. Seit 1896 bringt sie Menschen, Orte und das Leben in Bewegung. Heute sorgt sie in Düsseldorf, dem Kreis Mettmann, dem Rhein-Kreis Neuss und sechs weiteren Kommunen dafür, dass täglich über 580.000 Menschen Anschluss finden – an ihre Ziele, an andere Menschen, an das Leben selbst.  Mit über 3.700 Mitarbeitenden aus über 60 Nationen – darunter 143 engagierte Auszubildende – zählt die Rheinbahn zu den größten Arbeitgebenden in der Region. Über 320 Stadt- und Straßenbahnen sowie etwa 475 Busse bedienen 138 Linien auf rund 570 Quadratkilometern. Dabei steuert die Rheinbahn mehr als 1.700 Haltestellen an und umrundet jeden Tag symbolisch drei Mal die Erde – zuverlässig, sicher und nachhaltig.

Über MIRA
Der Testbetrieb am Flughafen Düsseldorf gemeinsam mit der Rheinbahn und dem Flughafen Düsseldorf steht exemplarisch für die Mission der MIRA GmbH: hochautomatisierte Mobilität durch sichere und praxistaugliche Teleoperation bereits heute verfügbar zu machen. Als Unternehmen der Rheinmetall AG entwickelt MIRA Technologien, mit denen Fahrzeuge aus der Distanz präzise, sicher und effizient gesteuert werden können – sowohl im öffentlichen Straßenverkehr als auch in industriellen Einsatzumgebungen.

Bereits seit mehr als vier Jahren bewegt MIRA teleoperierte Fahrzeuge sicher und zuverlässig im öffentlichen Straßenverkehr und sammelt dabei wertvolle operative Erfahrungen unter realen Einsatzbedingungen. Die Technologie wurde kontinuierlich hinsichtlich Sicherheit, Verfügbarkeit und Benutzerfreundlichkeit weiterentwickelt und in unterschiedlichsten Anwendungsfällen erfolgreich erprobt.

Über den Flughafen
Der Düsseldorfer Airport hat als größter Flughafen Nordrhein-Westfalens eine herausragende Bedeutung für die Erfüllung der Mobilitätsbedürfnisse der Bürger, der Wirtschaft in NRW und für Teile der Niederlande und Belgien. 2025 zählte der Airport mehr als 21 Millionen Passagiere. Über 60 Fluggesellschaften starten von hier im Sommer zu mehr als 160 Zielen weltweit. Die Vision heißt „Destination of Excellence“. In den nächsten 20 Jahren sind Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro geplant, um unter anderem die nachhaltige Transformation des Luftverkehrs sowie die Region als Lebens- und Wirtschaftsraum zu stärken. Bereits jetzt gibt der Flughafen als größte Arbeitsstätte in Düsseldorf mit rund 20.000 Arbeitsplätzen erhebliche Beschäftigungsimpulse. Beim Thema Nachhaltigkeit geht der Flughafen vor: Bis 2035 will er CO₂-neutral sein.

Über den EUREF Campus Düsseldorf
Der EUREF Campus Düsseldorf ist mit seinen rund 70.000 Quadratmetern Mietfläche und 4.000 Beschäftigten in über 50 Unternehmen ein aktives Reallabor der Energie- und Mobilitätswende. Innovationen rund um die Themen Energie, Klimaschutztechnik, Umweltschutz und Mobilität werden von den angesiedelten Unternehmen und Einrichtungen entwickelt, erforscht und in Showrooms präsentiert. Das Haus wird mit Wasser des benachbarten Lichtenbroicher Baggersees Co2-neutral geheizt und gekühlt und ist direkt verbunden mit dem Fernbahnhof des Flughafens.